AKG K712PRO Offener Over-Ear-Studio-Referenzkopfhörer der Premiumklasse
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Zusammenfassung.Pro: Neutraler Frequenzverlauf Musikalisches Klangcharakteristik Weite und tiefe, aber nicht gedehnte Bühne Sitzt bequem auf dem KopfNeutral:• Zeigt Schwächen in jeder Aufnahme auf.• Benötigt durch offene Bauweise eine ruhige Umgebung• Ersatz für Ohrpolster sind teuerKontra:- Potentielle Sollbruchstelle an der Aufhängung der Ohrmuscheln.Einleitung.Ich gebe zu, dass der Kauf ziemlich spontan gewesen ist. Gehört habe ich seinerzeit den Q-701. Damals hatte ich den T70P von Beyerdynamic, den ich schließlich wegen eines erschreckend früh eingetretenen Defektes an der Linken Hörmuschel zurück gegeben habe. Derzeit habe ich nur das Headset MMX300 von Beyerdynamic zum Vergleich, welcher verblüffender Weise nur wenig unterschiedlich klingt, verglichen mit dem T70P. Jedenfalls war der Q-701 ein extrem gutes Modell und hat mich schon damals überzeugt, dass meine nächsten Kopfhörer definitiv offene Modelle sein werden. Da der K-712 Pro weitgehend ähnlich klingt, aber gewisse Vorteile gegenüber dem Q-701 bietet, war bei einer derart geringen Preisdifferenz zwischen den zwei Modellen der K-712 Pro für mich eine einfache Wahl. Er bot Mir potentiell die bessere Bass-Performance, vor Allem wegen der Ohrpolster aus Memory-Schaum. Sowohl Konstruktion, als auch Klang bekommen im folgenden eine eigene Kategorie in dieser Bewertung.Konstruktion.Zunächst einmal bemerkt man durch den schon besagten Memory-Schaum, aus dem die Ohrpolster bestehen sehr schnell, dass der K-712 Pro nicht ganz so bequem am Kopf sitzt, wie der Q-701. Ich gebe zu, dass ich damals nicht genau darauf geachtet habe, ob es beim Q-701 auch so war, aber beim K-712 Pro fällt auf, dass die Verbindung zwischen dem Kopfband und den Hörteilen aus einer Kunststoff-Lasche besteht. Ob Das robust ist, weiß ich nicht. Es wird sich zeigen müssen! Allerdings zeigt das Gewicht ohnehin auf, dass dieser Kopfhöhrer nicht durch die Wahl der Materialien seine Robustheit erreicht. Doch egal, wie Robust der Kopfhörer in den eigenen vier Wänden ist, so würde ich ihn nicht für Mobilgeräte benutzen.Klang.Diesen Kopfhörer benutze ich an meinem Computer, im Übrigen mit entsprechendem „Treiber“, nämlich meiner Sound Blaster Titanium HD. Das HD Modell war seinerzeit die erste Soundkarte von Creative Labs, die einen vergleichsweise guten Verstärkerchip eingebaut hatte. Wir reden von einer Lösung, die durchaus das Niveau einer ASUS STX halten kann. Dies sei als allererstes erwähnt, weil dieser Einsatzort den offensichtlichsten Grund gegen die Nutzung dieses Kopfhörers an mobilen Endgeräten deutlich macht, eben die offene Bauweise. Man hört einfach sehr viel von außen, genauso, wie die Umgebung mithören wird, was man sich selbst auf die Ohren gibt. Und tatsächlich höre ich mit dem K-712 Pro noch das Betriebsgeräusch meines Rechners, wenn ich mit nicht mehr, als Zimmerlautstärke Musik höre. Wohlgemerkt handelt es sich um einen durchschnittlich nauten Rechner, wie er 2009 verkauft worden ist. Im Verkehrslärm hätte man mit diesem Kopfhörer keinen Spaß. Die Geräuschkulisse meines jetzigen Computers übrigens, wird sich in absehbarer Zeit von Selbst erledigen, wenn ich meinen nächsten Computer kaufe, welcher auf möglichst lautlosen Betrieb ausgelegt sein wird.Zunächst einmal mein Audiosetup, wie sie jetzt ist:• Lossless Audio in den Formaten FLAC und ALAC (Apple Lossless)• AAC Audio (Standard Formate: iTunes & Apple Music)• Abgespielt mit der Software: JRiver Media Center 22• Windows Audio Session API (WASAPI), Exklusiver Modus, Ereignis-Stil• DSP: Crossfeed (Standard, Increased spatialization)• Ausgabe über die Soundkarte: Creative Labs Sound Blaster X-Fi Titanium HDEin nicht unerheblicher Teil meiner Musik liegt tatsächlich in verlustfrei komprimierten Formaten vor, zumeist in der regulären Qualität einer CD, teilweise jedoch auch in hochauflösenden Formaten. Getestet habe ich den Kopfhörer mit der mir eigenen, wechselhaften Musikwahl.Gackt – P.S. I LOVE U (ALAC, 44.1 kHz, 16 Bit)So dramatisch, wie ein Titel wie dieser sich auch entwickelt, so haben die Titel von Gackt in ihrer Akustik einen eher gedrungenen Charakter. Tatsächlich ist die Bühne dieser Aufnahmen ziemlich klein. Um so wichtiger ist es, dass der Kopfhörer die vorhandene Bühne so frei gestaltet, wie möglich, ohne den Song zu dehnen. Schwer ist nur, dass der Kopfhörer diesen Spagat hin bekommt. Ich erwarte bei einer derart dichten Akustik keine Wunder, aber einen Fortschritt gegenüber meinem MMX300. Was soll ich sagen? Der K-712 Pro kann und tut es!Michihiro Kuroda – Murasaki (ALAC, 44.1 kHzAls ich den Titel das erste Mal gehört habe, hat er mich weg gehauen. Es ist ein sehr lauter Titel, der nach der punktgenauen Abbildung einzelner Instrumente verlangt. Sonst kann es ermüdend werden, ihn durch zu hören. Diesem Kopfhörer gelingt es jedoch nicht nur, die Instrumente unabhängig von einander spielen zu lassen, er präsentiert durch die breite Bühnenzeichnung einen gewissen „Live-Effekt“, von dem ich bisher gar nicht gewusst habe, dass er existiert! Weil ich Michihiro vor Allem für seine Live-Performances verehre, begeistert mich dieser Effekt um so mehr!Coldplay – Trouble (AAC / iTunes)Puh… Wer eine Kombination wie die Meine nutzt, um Musik zu hören, kann teilweise böse Überraschungen erleben. Damit wir uns richtig verstehen: Ich spreche nicht von Schwächen bei der Wiedergabe. Viel mehr verdeutlicht der K-712 Pro im Verbund mit meiner X-Fi Titanium HD, wenn eine Aufnahme an Sich Schwächen aufweist, so wie in diesem Fall. Entweder wird hier kein echtes Klavier gespielt, oder der Sound ist beim abmischen so verfälscht worden, dass ein völlig anderer Eindruck entsteht, als ich erhofft hatte, ihn erwarten zu können. Zudem ist die Bühne, auf der die Musik sich ab spielt, stark limitiert. Die Instrumente wirken, wie an einem Faden aufgezogen. Was mit meinem MMX300 noch wirkt, wie ein besonders kompakter Sound, entpuppt sich nun viel mehr als eingeschränkt. Klar, es ist der Sound, wie er Coldplay zu eigen ist, bis einschließlich des neuesten Albums, „A Head full of Dreams“ und er ändert nichts an meiner Affektion für die Stimmung vieler Titel der Briten, aber dennoch… Bei einer gut zusammen gestellten Audiokombination muss man offenbar mit solchen Überraschungen rechnen.Linkin Park – Robot Boy (AAC / iTunes)Ich mag den leicht künstlichen, verzerrten, sehr Harten Sound dieses Albums. Dieser Titel beweist, dass dieser Kopfhörer trotz der in manchen Titeln recht verbreiterten Bühne, nicht dazu neigt, die Bühne zu dehnen. Viel mehr gibt er einfach nur wieder. Doch was sich zeigt, ist eine deutliche trennung der Instrumente, die mir besonders im T70P schmerzlich gefehlt hat. (Gerade, wenn man seinen Preis bedenkt) Obwohl „Robot Boy“ teilweise auf multiplen Ebenen spielt und sehr viel passiert, entsteht kein Mischmasch. Alles wird ausreichend von einander getrennt, so dass ein Rhythmusgefühl entsteht, wie ich es so noch nicht erlebt habe.Pink Floyd – Money (FLAC 96kHz, 24 Bit)Bei diesem Titel habe ich eine verblüffende Entdeckung gemacht. Hier kommt das erste Mal eine solche Ausdehnung der Bühne mit so viel Ortbarkeit zustande, dass ich bei den Samples der Kassen und Geldzählmaschinen das erste mal wirklich hören kann, dass die Aufnahmen eben keine perfekte, glasklare Aufnahme dar stellt. Es entsteht der Eindruck, als würden die Samples durch ein Fenster gehört. Der Effekt war mit etwa meinem MMX300 ebenso vorhanden, wie ich beim Vergleich feststellen konnte, doch ist er hier so viel deutlicher, dass die Instrumente, die aus dem Rhythmus der Samples heraus zu spielen beginnen, sich an fühlen, als wäre man dabei, wie diese Aufzeichnung gemacht wird. Einen solchen Effekt habe ich nicht erwartet. Mit diesem Titel bekomme ich den ersten, wirklichen WOW-Effekt auf die Ohren!Tord Gustavsen Ensemble – The Child Within (FLAC, 96khz, 24 Bit)Der Hammer… Ich habe diesen Titel wirklich oft gehört, kenne ihn eigentlich viel zu gut, um noch auf diese Weise zu reagieren. Als jedoch der K-712 Pro den Titel zu intonieren beginnt, spüre ich eine Gänsehaut, die über meine Arme krabbelt. Die realistische Bühne habe ich schon mehrmals beschrieben, doch erst bei Aufnahmen, die ohne allzu viel Nachbearbeitung auskommen, wird deutlich, was es eigentlich bedeutet, wenn ein Kopfhörer eine realistische – nicht gedehnte oder gestauchte – Bühne zeichnen kann, auf welcher die Instrumente klar und deutlich zu ordnen sind. Habe ich bei Michihiro Kurodas ‚Murasaki‘ von einem Live Effekt gesprochen, so verschwindet hier die Grenze und Ich bekomme den Eindruck, als könne ich einfach in den Raum greifen und wirklich eines der Instrumente berühren! Was hier den Effekt perfekt machen könnte, wäre nach meinem Dafürhalten kein „besserer“ Kopfhörer mehr. Ich schätze meine derzeitige Soundkarte so ein, dass dieser Kopfhörer das Maximum aus ihr heraus holt, was noch möglich ist. Nach meinen Erfahrungen mit dem T70P schätze ich meine Situation mit dem K-712 Pro an der Sound Blaster X-Fi Titanium HD so ein, dass ein Kopfhörer der nächsthöheren Klasse nur als Teil eines Gesamt-Audiosystems einen Sinn ergeben würde, welches um ein vielfaches teurer wäre. Doch meine Kombination derart luftig und frei spielt, weil mehr oder weniger genau Das erreicht wird, was ich mir als Ergebnis gewünscht habe, will mir nicht in den Sinn, warum ich einen Preis im oberen, vierstelligen Bereich bezahlen sollte.Fazit.Habe ich dem Kopfhörer zu viele Lorbeeren gegeben? Möglich, denn viele Kopfhörer in offener Bauweise und in ähnlicher Preisklasse sind zu diesen Ergebnissen in der Lage. Unterschiede finden sich hier allenfalls in der akustischen Signatur, die keinen dramatischen Unterschied aus macht, weil ein guter Kopfhörer am Ende immer einen neutralen Klang liefern muss. Muss es dieser Kopfhörer sein oder auch nur ein Kopfhörer von AKG, um dieses Ergebnis zu erreichen? Zum Henker, nein! Aber das ändert nichts an meiner Wertung, denn die Audioqualität stimmt! Der Kopfhörer bietet eine breite, aber nicht gedehnte Bühne mit ausreichender Tiefe. Seine Klangcharakteristik ist musikalisch, nicht analytisch, sein Frequenzverlauf wirkt überaus neutral auf mich. All dies hat jedoch zur Folge, dass er gnadenlos Schwächen an den Aufnahmen aufzeigt. Selbst Schwächen am Audioformat sind je nach Musikwahl durchaus zu bemerken. Die Jazz Meisterwerke von Tord Gustavsen sind hierfür ein gutes Beispiel, ebenso die Aufnahmen von Pink Floyd. Dieser Kopfhörer hat mich mehrfach überrascht, gerade, wenn man bedenkt, dass meine Soundkarte mittlerweile ihre 8 Jahre auf dem Buckel hat. €245,- ist ein mehr als fairer Preis für Das, was man hier bekommt. Die Wertung von 5 Sternen ist jedoch vorläufig, weil sich erst noch zeigen muss, wie Robust der Kopfhörer wirklich ist.





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